Mögliche Schutzmaßnahmen

Bedrohungsszenarien für Pharmahersteller

Internationale Preisunterschiede schaffen beispielsweise einen wirtschaftlichen Anreiz für Re-Importe. Ein Arzneimittel wird dabei zu einem niedrigen Preis im Ausland erworben und etwa in den USA oder Deutschland zu einem höheren Preis verkauft. Beim sogenannten „Dumpster Diving“ wird in Abfallcontainern nach leeren Behältern für Medikamente gesucht, um diese mit gefälschten Substanzen zu füllen. Mit einer herkömmlichen Kennzeichnung ausgestattet können die Gefäße als vermeintliches Original in Umlauf gebracht werden, ohne dass dies auf den ersten Blick zu erkennen ist. Um Bedrohungsszenarien wie diesen einen Riegel vorzuschieben, gelten für die Pharmabranche zahlreiche Vorschriften. Gemeinsamer Nenner in der Industrie sind die „Good Manufacturing Practices“ (GMP) sowie die „Good Distribution Practices“ (GDP), welche die Rahmenbedingungen im Qualitätsmanagement beschreiben. Darüber hinaus existieren nationale Arzneimittelgesetze, europäische Richtlinien und Direktiven sowie die Forderung nach „E-Pedigree“ in den USA.

Individuelle Sicherheitslabels als Lösung

Voraussetzung, um Manipulations- und Fälschungsschutzlösungen für die Pharmaindustrie zu entwickeln, ist grundlegendes Branchenwissen in Kombination mit speziellem Kennzeichnungs-Knowhow. Effektive Sicherheitslösungen mit individuellen Zusatzfunktionen lassen sich je nach konkretem Bedrohungsszenario in drei Kategorien gliedern: Labels zeigen eine Erstöffnung und Manipulation an, sie schützen vor Fälschungen oder dienen durch integrierte Track & Trace-Systemlösungen der Identifikation und Rückverfolgung. Alle Merkmale können dabei individualisiert und miteinander kombiniert werden. So entstehen komplexe Sicherheitslabels, die Fälschern erfolgreich das Handwerk legen.